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Doppelmord. Floh der Täter ins Ausland?

Von Tim Stinauer, 01.12.10, 18:55h, aktualisiert 01.12.10, 20:22h
Der mutmaßliche Doppelmörder Mustafa Tilki ist weiterhin auf der Flucht. Die Polizei fahndet insbesondere in Frankreich nach dem 41-Jährigen, der am am Montagabend seine Ex-Geliebte Laura Valanciute und ihren Kollegen Andrés Olivera erschossen haben soll.

http://www.ksta.de/html/artikel/1288741379438.shtml

Köln - Der mutmaßliche Doppelmörder Mustafa Tilki ist weiter auf der Flucht. Die Polizei fahndet europaweit nach dem 41-Jährigen, der am Montagabend seine Ex-Geliebte Laura Valanciute (29) und deren Arbeitskollegen Andrés Olivera (34) in Braunsfeld erschossen haben soll. Wie zu erfahren war, verfolgt die Polizei eine heiße Spur in die Benelux-Länder oder nach Frankreich. Dorthin könnte Tilki sich abgesetzt haben. „Wir sind optimistisch“, sagte ein Ermittler.

Freunde der Mordopfer haben am Dienstag deren Familien in Litauen und Chile informiert. Die Eltern der 29-Jährigen, die wenig Geld besitzen, leben in einer kleinen Stadt in Litauen, sie haben einen örtlichen Bestatter beauftragt, den Leichnam nach Hause zu bringen. Die Litauische Gemeinde e.V. in Köln sammelt Spenden, um die Überführung zu bezahlen. Valanciute lebte seit zwölf Jahren in Köln, acht Jahre hatte sie eine Liebesbeziehung zu ihrem mutmaßlichen Mörder, einem Vater von vier Mädchen, der mit seiner Familie im Kölner Westen wohnte. Die Ehefrau und die Kinder werden von der Polizei betreut.

Nach Erkenntnissen der Ermittler tötete Tilki Laura Valanciute, weil sie die Affäre mit ihm beendet hatte. Aus Angst vor seinen Gewaltausbrüchen war die Litauerin zuletzt gar nicht mehr in ihre eigene Wohnung zurückgekehrt; denn Tilki besaß einen Zweitschlüssel. Die 29-Jährige fand Unterschlupf bei ihrem Arbeitskollegen Andrés Olivera. Beide arbeiteten in einer Sportagentur in Braunsfeld. Am Montagabend waren sie auf dem Weg von der Firma zur 500 Meter entfernten Bahnhaltestelle Aachener Straße / Gürtel, als Tilki sie offenbar abpasste und erschoss.

Freunde sind geschockt

„Andrés hat immer für Underdogs und Bedürftige gekämpft“, sagte Oliveras Bruder Rudolfo, der als Pfarrer der lutherischen Kirche in Valparaíso arbeitet, einer chilenischen Tageszeitung. Auch Oliveras Freunde in Köln sind geschockt. Einigen wenigen hatte Andrés die Geschichte mit Laura anvertraut. Seit er sie bei sich aufgenommen hatte, sei er „sehr besorgt“ gewesen, dass Tilki seine Wohnanschrift herausfinden und auch ihm auflauern könnte, berichtete ein enger Freund am Mittwoch. „Aber er hatte eine gute Seele, und dass die Gewalt ein solches Ausmaß annehmen könnte, hatte Andrés nicht für möglich gehalten.“

Seit Jahren trainierte der 34-Jährige in Köln Hockey-Jugendmannschaften, seit einem Jahr war er Co-Trainer der ersten Herrenmannschaft von Blau-Weiß Köln. Der Verein trauert und hat für diese Woche sämtliche Trainings abgesagt. Das anstehende Meisterschaftsspiel am Sonntag fällt aus. Der Deutsche Hockeybund hat das genehmigt. Blau-Weiß-Cheftrainer Wolfram von Nordeck sagt: „Es ist unfassbar, wir sind geschockt.“ Mannschaftskapitän Patrick Montag ergänzt: „Das alles ist sehr schwer für uns, es geht mir sehr nahe. Wir sind jetzt nicht in der Lage, Hockey zu spielen. Andrés war ein offener, ehrlicher, unheimlich hilfsbereiter Mensch. Das wurde ihm tragischerweise zum Verhängnis.“ Die Nachricht von seinem Tod hatte sich in der Kölner Hockeyszene rasend schnell verbreitet.

Angehörige und Freunde von Olivera aus Chile sind auf dem Weg nach Köln. Sie wollen den Leichnam so schnell wie möglich in die Heimat überführen lassen.

Fotoline: Schießerei in Braunsfeld [9 Bilder]

http://www.delfi.lt/news/daily/crime/lietuve-kelne-nuzude-buves-meiluzis-turkas.d?id=39196541

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